Für einen Bullet Journal Habit Tracker zeichnest du ein Raster: links die Gewohnheiten, oben die Tage des Monats. Pro Tag füllst du ein Kästchen aus. Halte die Zeilen auf drei bis fünf begrenzt und gestalte so einfach, dass du in zehn Minuten fertig bist. Schönheit ist nett, Beständigkeit zählt mehr.
Was ist ein Bullet Journal Habit Tracker?
Ein Bullet Journal ist ein Notizbuch, in dem Aufgaben, Termine und Notizen mit einem einfachen Kürzel-System festgehalten werden. Ein Habit Tracker ist dort eine Seite oder Doppelseite, auf der du jeden Tag markierst, ob du eine Gewohnheit erledigt hast. In Deutschland ist dafür meist ein A5-Notizbuch mit Punktraster üblich, weil sich Linien darin leicht ziehen lassen.
Der Vorteil gegenüber einer App: Das Notizbuch liegt sichtbar auf dem Schreibtisch, und das Ausmalen eines Kästchens ist eine kleine Belohnung. Der Nachteil: Du musst den Tracker jeden Monat neu zeichnen und das Notizbuch dabeihaben.
Schritt für Schritt zur Doppelseite
Schlage eine leere Doppelseite auf und schreibe oben Monat und Jahr hin. Zeichne links eine Spalte für die Namen deiner Gewohnheiten und rechts daneben 28 bis 31 schmale Spalten, eine pro Tag. Nummeriere die Tage oben von 1 bis 31.
Trage dann drei bis fünf Gewohnheiten in die Zeilen ein. Formuliere sie als konkrete Handlungen: „zehn Seiten lesen“, „Wasserflasche leeren“, „fünf Minuten dehnen“. Eine Zeile pro Gewohnheit, mehr nicht. Wer auf einer Seite zehn Zeilen untergebracht hat, malt nach drei Wochen meistens nichts mehr aus.
Zum Schluss legst du eine Legende fest: ausgefüllt heißt erledigt, ein Punkt heißt Pause, ein Strich heißt bewusst ausgelassen. So erkennst du später, ob eine Lücke ein Versehen oder eine Entscheidung war.
Wie viele Gewohnheiten passen auf die Seite?
Die Faustregel lautet: so viele, wie du zuverlässig tun kannst, und nicht so viele, wie dir einfallen. Für den Einstieg reichen eine bis drei. Wenn nach vier Wochen alles läuft, kannst du eine ergänzen.
Die Gewohnheitsforschung stützt den kleinen Anfang. In der Studie von Lally und Kollegen brauchten die Teilnehmenden im Median etwa 66 Tage, bis eine Handlung automatisch ablief, bei einzelnen zwischen 18 und 254 Tagen. Über mehrere Gewohnheiten gleichzeitig sagt die Studie wenig. Nach Alltagserfahrung erschweren mehr Zeilen vor allem den Überblick.
Die häufigsten Fehler beim Gestalten
Der erste Fehler ist die Perfektion. Wer jeden Monat ein Kunstwerk zeichnen will, braucht eine Stunde und verschiebt den Start. Halte dich an ein Lineal, einen Fineliner und fertig.
Der zweite Fehler sind zu viele Farben und Symbole. Drei Zeichen reichen. Der dritte Fehler ist, den Tracker an einer unsichtbaren Stelle abzulegen. Das Notizbuch sollte dort liegen, wo du am Abend sitzt, auf dem Nachttisch oder neben dem Wasserkocher.
Der vierte Fehler ist, Lücken zu verstecken. Eine leere Stelle ist eine Information, kein Makel. Du siehst am Monatsende, an welchen Wochentagen es schwerfällt.
Der Monatsrückblick
Am Monatsende nimmst du dir fünf Minuten. Zähle pro Zeile die ausgefüllten Kästchen und schreibe die Zahl an den Rand. Frag dich dann: Welche Gewohnheit lief am leichtesten? An welchen Tagen fehlten die meisten Kreuze? Was lässt sich verkleinern oder verschieben?
Übertrage nur das in den nächsten Monat, was dir etwas bringt. Eine Gewohnheit, die du nach vier Wochen immer noch hasst, darfst du ersetzen.
Wann Papier nicht mehr reicht
Wer viel unterwegs ist, das Notizbuch ständig vergisst oder Gewohnheiten mit wechselnden Wochentagen hat, ist mit einer App oft besser bedient. Daychain ist eine Habit-Tracker-App nach der Kettenmethode, die sich noch in Vorbereitung befindet; auf der Startseite steht die Warteliste offen. Bis dahin ist ein Notizbuch ein sinnvoller Weg, ohne Anmeldung und ohne Benachrichtigungen.